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GECO (German Courseware Online) als Open Source-Lernplattform

Christian Thomas

 

GECO wird seit 2004 an der Acadia University im DaF-Bereich zur Organisation von Online-Kursmaterialien, vor allem in Anfängerkursen verwendet, und ist kontinuierlich weiterentwickelt worden. Das Programm integriert Kursmaterialien übersichtlich und schnell. GECO stellt eine sinnvolle Ergänzung zu LMS (Learning Management Systems) wie Moodle oder Blackboard dar. Im Folgenden stelle ich die wichtigsten Features von GECO vor und bespreche Anwendung und Hardware-Anforderungen des Programms.

Als Überblick dient der Informationstext auf der Download-Seite:


GECO (German Courseware Online)

GECO is in an open-source courseware currently used at Acadia University in the teaching of German, but can be employed for any subject – for clearly organizing and displaying teaching materials within one easy to use template that runs within Internet Explorer or Mozilla Firefox browsers.

Features: 

  • Creation of multiple courses and multiple sections of one course possible; archiving/reactivation of old courses
  • Division of courses into chapters (or other units)
  • Organization of course materials into topic – three freely nameable tabs available (e.g. Tasks, Links, Homework)
  • Display of any linkable (URL) materials (HTML, text files, audio/ video files, webpages...)
  • Horizontal split window for simultaneous display of two items
  • Easy navigation via breadcrumbs or back/forward arrows
  • User/student registration and log-in feature
  • Easy to use authoring/editing tool
  • Detailed individualized score reporting for Hotpotatoes exercises with several report formats, (student/instructor) including automated Excel lists with cumulative totals

 

(Bild 1)

 

Das Programm wird auf einem Server installiert und ist direkt aus dem WWW über URL abrufbar. Die eingefügten Materialien können sich direkt im Internet oder auf einem institutionseigenen Server befinden. Es ist möglich sie problemlos zu editieren, zu löschen oder hinzuzufügen.

Die verlinkten Materialien erscheinen in einem Browserfenster (IE, Firefox,...die Wahl ist beliebig) und können in jeglichem Format verfasst sein (Text, Audio-,Videodateien, Webseiten,...). Lediglich Web-Programme und Dienstleistungen, die nur über Login nutzbar sind (z.B. Voicethread), können im Browserfenster nicht laufen und werden so besser über LMS wie Moodle verlinkt.

Die Vorteile gegenüber der Organisation von Kursmaterialien in Moodle fallen sogleich ins Auge. Dank der übersichtlichen Darstellungsweise, durch welche die Rubriken eines Kapitels auf einer einzelnen Seite mit einem einzigen Blick oder Klick auf der gleichen Seite erfassbar sind, entfällt der bei Moodle lästige "Bandwurmeffekt", der sich durch die vertikal aneinander gereihten Informationen im mittleren Display-Feld und das lästige Scrollen ergibt. Da GECO über URL aufrufbar ist, kann das Programm ohne weiteres über Link in ein LMS integriert werden.

Kurse lassen sich in Sektionen, die Sektionen in beliebig viele Kapitel, und diese in jeweils drei Topics organisieren. Die Topics-Ordner sind durch (frei benennbare) Tabs gekennzeichnet. Die Materialien in den Ordnern sind durchnummeriert, deren Reihenfolge ist jederzeit veränderbar. Mit einem einzigen Klick navigiert man über den von Breadcrumbs angezeigten Pfad effektiv zum gewünschten Ziel (Browserfunktionen wie Back- und Forward-Pfeile stehen ebenfalls zur Verfügung).  

In der momentanen Organisation bei den Acadia-Anfängerkursen finden sich unter Tasks Präsentationsmaterialien, welche die Lehrkräfte natürlich auch direkt im Klassenzimmer auf die Leinwand projizieren, also (auch) im Präsenzunterricht verwenden können. In den Anfängerkursen hat sich diese Option u.a. bei der Bearbeitung von Texten bewährt, wobei vor allem Hören, Lesen und Sprechen sowohl im Präsenzunterricht als auch außerhalb geübt werden. Als Nachfolgeübungen/-projekte für das Aussprachetraining eignen sich z.B. Audio-Aufnahmen der Lernenden, die in eine Moodle Database eingesandt und dann von den Lehrenden angehört und bewertet werden können. 

Unter Links befinden sich z.Z. zusätzliche Materialien wie Grammatik-PPTs oder Links zu externen Webseiten (die direkt im Browserfenster erscheinen). In der vertikalen Menüleiste erscheinen aufgelistet die Titel der Materialien, rechts im Fenster die jeweiligen Selektionen. In Tasks ist der Display-Raum als ein horizontal geteiltes Split Window organisiert; die zwei Display-Felder können mit jeweils unterschiedlichem Material gefüllt werden. Beispiel (Bild 2):  oben eine HTML-Seite mit anklickbaren Audio-Ikonen zur Übung der Aussprache, unten eine dazugehörige Aufgabe im Hotpotatoes-Format. Das heißt, es können von den Lehrern und Lernenden zwei Tasks gleichzeitig aufgerufen bzw. sukzessiv ausgeführt werden. Eine weitere Flexibilität bietet der horizontale Fensterrahmen, der mittels einer horizontalen Leiste hoch- und heruntergezogen werden kann, um jeweils ein einzelnes der zwei gefüllten Felder im größeren Format anzuzeigen oder schnell zwischen den Feldern zu wechseln.

 

(Bild 2)

 

Unter Hwk (Homework) befinden sich von uns mit der kostenlosen Authoring Software Hotpotatoes erstellte Übungen, die von den Lernenden beliebig oft ausgeführt werden können (Bild 3,4).

 

(Bild 3)

 

(Bild 4)

 

Speziell für solche Hotpotatoes-Aufgaben haben wir in Zusammenarbeit mit unseren Programmierern eine Software entwickelt, welche die erzielten Ergebnisse registriert und in verschiedenen Formaten anzeigt. (Man kann auch nicht zu bewertende Aufgaben in GECO einbauen, bzw. die Bewertungsfunktion auch insgesamt ungenutzt lassen.) Die Lernenden können ihre aktuellen Übungsergebnisse für den kompletten Kurs jederzeit abrufen, indem sie in der linken Menüleiste My Grades anklicken (Bild 5).

 

(Bild 5)

 

Für die Lehrkräfte werden automatisch detaillierte und ständig aktualisierte Excel-Listen generiert, die sich auch als Datenquelle für Fremdspracherwerbsstudien eignen dürften. Neben Ergebnissen der einzelnen Versuche von Lernenden werden auch globale Listen erstellt, welche die Höchstergebnisse, nach einzelnen Aufgaben und nach Namen der Kursteilnehmer sortiert, sowie kumulative Endergebnisse und Statistiken anzeigen (Bild 6).

 

(Bild 6)

 

In dieser Tabelle sind detaillierte Informationen einfach ablesbar: z.B. der Prozentsatz vervollständigter Aufgaben in einzelnen Hausaufgabenkapiteln/-sektionen (%C= Percentage of completed exercises) oder im gesamten Kurs (CML % C= Cumulative percentage of completed exercises over the selected and preceding chapters). Beispiel: Student A hat im Kurs von 150 existierenden Aufgaben 120 vervollständigt. Dabei können Mindestschwellen für die Akzeptanz gesetzt werden.

In den globalen Listen (Bild 6) werden außerdem noch folgende Werte angezeigt:

AVGHSC (Average high score)

Durchschnitt der erzielten Höchstergebnisse bez. aller Aufgaben im Kapitel (nicht versuchte Aufgaben werden als 0 Ergebnisse mitberücksichtigt).

AVGATT (Average high score of attempted exercises)

Durchschnitt der erzielten Höchstergebnisse bez. aller Aufgaben im Kapitel, die versucht wurden.

Auch diese Werte gibt es als kumulative – über mehrere Kapitel und den gesamten Kurs hin (CMLHSC und CMLATT). Beispiel: Ich suche das durchschnittliche Höchstergebnis von Studentin A bez. aller von ihr versuchten Übungen in Kapitel 1-3. Dann klicke ich in der Excel-Mappe auf Kapitel 3 und sehe in der Spalte CMLATT nach. Interessiert mich der Gesamtwert für den ganzen Kurs (es wurden z.B. 5 Kapitel bearbeitet), klicke ich auf Kapitel 5 und lese dort den Wert ab. In den globalen Listen werden für einzelne Übungen immer Höchst-Werte gelistet, weil das Programm bei mehreren Versuchen von Lernern, eine Aufgabe zu lösen, allein das höchste erzielte Ergebnis anzeigt (welches dann in die weiteren Berechnungen eingeht). Detaillierte Informationen über den Versuchsverlauf einzelner Übungen sind in separaten, ebenfalls automatisch generierten Detaillisten vorhanden. Die jeweils aktuellen Excel-Listen können natürlich jederzeit von den Lehrkräften gespeichert werden. Dadurch erhält man u.a. Momentaufnahmen.

GECO lässt sich auch ohne Aufgabenmodule und Ergebnisbewertung nutzen, z.B. lediglich für Integration und Display von Kursmaterialien durch die Lehrenden. Die Plattform besitzt aber auch eine Login-Funktion, die im Zusammenhang mit dem Einlesen von Kursteilnehmerlisten eingesetzt werden kann. Das Einrichten von Kursen und gewünschten Parametern geschieht  über ein separat laufendes Teacher-Modul (ebenfalls im Browser über URL abrufbar), durch welches die übersichtliche Verwaltung von Kursen, die Verlinkung von Materialien und Übungen, das Setzen/Editieren von Bewertungsparametern und auch das Login mit Einlesen/Editieren von Studentenlisten nach Kurssektionen (oder Einzeleingabe) erfolgt (Bild 7 und 8).

 

(Bild 7)

 

(Bild 8)

 

Einzelne Kurse erscheinen in ihrer hierarchischen Struktur; das ermöglicht die leichte Orientierung (Bild 9).

 

(Bild 9)

 

Damit wären die Eigenschaften von GECO in Kürze zusammengefasst. Wie aber hat sich die Plattform bewährt? Bei den Lernenden über Evaluationsbögen informell gesammeltes Feedback war bislang überwiegend positiv. Geschätzt werden u.a. die übersichtliche Darstellung von Materialien und das einfache Navigieren, sowie die Möglichkeit, die verschiedenen Übungen beliebig oft zu wiederholen und dabei sofortiges Feedback über den Ergebnisstand der Hausaufgaben zu erhalten. Materialien sind leicht lokalisierbar und was im Präsenzunterricht gezeigt wurde, kann problemlos außerhalb des Klassenzimmers von den Lernenden wieder abgerufen werden.

Solche Anwendungsmöglichkeiten lassen GECO auch innerhalb eines auf Blended Learning basierenden Gesamtkonzepts als sinnvolles und flexibles Element erscheinen. ( [...] the integration of face-to-face and online learning to help you enhance the classroom experience [...]" (U. of Calgary Teaching and Learning Centre)). Ein Vorteil der Plattform ist ihr leicht koordinierbarer Einsatz in- und außerhalb des Präsenzunterrichts. Und einer LMS wie Moodle wird durch die Software ein gutes Stück Arbeit abgenommen. Die Präsentation gewinnt an Übersichtlichkeit und die Lernenden können sich auf die Arbeit konzentrieren, die sich im Zusammenhang mit Moodle effektiv organisieren lässt: die kollaborative Produktion von Materialien und deren Einsatz. In Moodle oder Web (2.0) erstellen die Lernenden selbst, was sie zum Lernen und Lehren verwenden: Wikis, Blogs, Podcasts, Mindmaps, und vieles mehr. (Solche Möglichkeiten sind begrenzt auch im Rahmen von GECO nutzbar, sofern keine Login-Anforderung in das jeweilige Programm besteht).

Nicht zuletzt bietet GECO (gebührenfrei) auch einen Kostenvorteil. Und sogar beim Einsatz von mehr auf reproduktive Fertigkeiten abgestimmten Übungsmodulen ist man nicht auf die traditionellen drill-and-kill Formate beschränkt. Beispielweise gibt es über die Hotpotatoes-Webseite kostenfrei herunterladbare Authoring-Programme zur Erstellung von Übungen mit spielerischer Komponente, die problemlos in GECO laufen (z.B. Action Mazes, mit denen per Mausklick sukzessiv zwischen Alternativen gewählt wird, um einen Handlungsablauf zu konstruieren).

Bei der Präsentation von GECO auf Spracherwerbskonferenzen wurden vom Publikum die leichte Bedienung und Übersichtlichkeit der verschiedenen Display-Funktionen als Pluspunkte vermerkt; andererseits wurde beklagt, dass das Programm noch nicht ohne weiteres erhältlich war. Das hat sich nun geändert. Probieren Sie GECO aus – wir freuen uns über Ihr Feedback.

Christian Thomas,

Acadia University

christian.thomas@acadiau.ca



Server und Software-Anforderungen

*Das Programm sollte von einem kompetenten Server-Administrator eingerichtet und auf dem Server verwaltet werden. Java Runtime EnvironmentApache TomcatApache HTTP und PostgreSQL Database Services sind Voraussetzungen. (Diese Anwendungen gibt es kostenlos im Internet.)

*Je nach Nutzungsumfang  (Aufgabenmodule, Anzahl der Kurse, archivierte Kurse, etc.), benötigt man auf dem Server typischerweise etwa 35-100 MB: 

Das Programm selbst nimmt 10 MB in Anspruch. Für die zugehörigen Datenbanken benötigt man 20-70 MB. Für Hotpotatoes-Module sollten 5-20 MB bereitgestellt werden.

Weiterführende Informationen/Literatur

University of Calgary Teaching and Learning Center 

Kirchhoff, Petra. Blended Learning– ein Modell für den universitären Fremdsprachenunterricht.
In: Fremdsprachen-lernen online. Münster: Waxmann Verlag, 2007. S. 17-36.

Das Moodle 1.8 Praxisbuch. Online-Lernumgebungen einrichten, anbieten und Verwalten. 
München: Addison-Wesley, 2007.

Sauter, Annette und Werner. Blended Learning. Effiziente Integration von E-Learning und
Präsenztraining.
 Neuwied: Luchterhand, 2004.