Anthony Bushell
Today German’s own position as a second language represents something of an enigma. As the largest l...
Download (PDF - 123 kb)   Some fundamentals for teaching and learning German[1] ...
[1] Stephan Jaeger, University of Manitoba Download (PDF - 185kb) Einführung: Interdi...
Das Thema Nationalsozialismus ist Bestandteil des landeskundlichen Deutsch­unterrichts und findet...
Einleitung Ziel dieses Beitrages ist die Darstellung und Vorstellung verschiedener erfolgreic...

Unterrichtsforum

Es gibt doch Licht am Ende des Tunnels für den Deutschunterricht an den Highschools von Kanada!

Ronald Rhodes

Hat Deutsch eine Zukunft an unseren Highschools? --- Die Antwort ist ein klares “JA, aber….”
Schriftliche Fassung eines Vortrags zum Leitthema der CATG-Tagung 2007: Werbung und Engagement für DaF.

Wir müssen es einfach machen wie die Politiker: vor der Wahl versprechen und hinterher sehen wir weiter! Also, vorher versprechen, dass Deutsch relativ einfach ist und Spaß macht, und alles versuchen, dies zu ermöglichen. Wenn auf einmal die Grammatik schwierig wird und die Schüler Vokabeln lernen müssen, dann hoffen wir, dass die Schüler unsere „Wahlversprechen“ vergessen haben.

Um unsere gewünschten 52 Schüler zu haben, müssen wir versuchen, so viele Schüler wie möglich für Deutsch zu gewinnen. Dafür müssen wir Deutsch in der Schule ständig ins Rampenlicht rücken. Ich gehe davon aus, dass Deutsch in der 10. Klasse der Highschool beginnt. Wir müssen alle Gelegenheiten nutzen, wie….

  • Bunte Dekorationen im Klassenzimmer (viel schöner als andere Klassenzimmer)
  • Durchsagen über Ausflüge und andere Aktivitäten für Deutschschüler so machen lassen, dass die ganze Schule sie hört und neidisch wird
  • Ständig Werbung machen, bis die Kollegen fast sauer sind
  • Ich schaffe eine sehr einladende Atmosphäre im Klassenraum und diese muss vom Gang sichtbar sein. (Manche Kollegen bereiten deutsche Spezialitäten im Klassenzimmer zu und lassen die Tür offen, sodass es im Flur so schön duftet, nach Zimt oder Wurst, zum Beispiel.)
  • Ich versuche so viel Kontakt mit anderen Schülern wie möglich zu haben. Ich helfe bei Sport, Clubs, Musicals und anderen Fächern.
  • Ich nutze jede Chance, mit anderen Schülern Deutsch zu sprechen: „Guten Tag” „Entschuldigung” „Gesundheit” immer und überall verwenden. Das weckt Interesse (“What did he say?”).
  • Wenn andere Fächer im Klassenzimmer unterrichtet werden, kann man “Schleichwerbung” für Deutsch an der Tafel und am schwarzen Brett aufhängen.
  • Ich bitte meine Schüler, ihre Freunde einzuladen, Deutsch zu lernen.
  • Auf gute Arbeiten und Zeugnisse schreibe ich persönliche Einladungen, in die nächste Stufe des Deutschkurses aufzusteigen. Das mache ich auch oft persönlich; die Schüler fühlen sich dadurch geschmeichelt.
  • Ich nutze den Wettbewerb des Goethe Instituts “Award of Excellence” in unseren Klassen. Ich bitte Kollegen von der 9. Klasse Erdkunde, auch teilzunehmen. Meistens machen sie das gern. Im letzten Jahr war es besonders gut mit dem Thema “Essen in Deutschland”.
  • Wenn möglich sollte man eine Vitrine für Sprachen haben, wo man Infos über Deutsch und die Arbeit der Deutschklassen ausstellen kann.
  • Artikel in der Schulzeitung über das Deutschprogramm geben Eltern und Schülern den Eindruck, dass Deutsch sehr aktiv ist und Spaß macht.
  • Sehr wichtig ist es, die 9. Klassen zu besuchen! Ich spreche mit allen Französischklassen über Deutsch als mögliches Fach für das nächste Jahr. Ich zeige den Film vom GI der USA (“German is 4 U”) und verteile dann auch Broschüren über Deutsch. (Die anderen Sprachen haben so etwas nicht.)
  • Manche Schulen haben ein “Course Fair”. Jeder Kurs darf fünf Minuten Werbung in anderen Klassen machen.
  • Es ist auch gut, zu erwähnen, dass Deutschschüler die Gelegenheit haben, an einem Austausch mit Deutschland teilzunehmen, wenn sie Deutsch lernen.
  • Viele Lehrer bieten auch Reisen nach Deutschland an. Manche berichten von gutem Erfolg nach solchen Reisen. Persönlich habe ich dies allerdings noch nicht gemacht.


Schüler zu bekommen ist nur der erste Teil. Dann gilt es, sie zu behalten und auch noch dazu zu überreden, weitere Jahre dabeizubleiben. Ich muss das Interesse wecken und erhalten. Hier einige Ideen aus den ersten Jahren Deutsch:

  • Jeder Schüler bekommt eine Schultüte (oder sie basteln selber eine). Ich sammle sie ein und fülle sie. Die Schüler bekommen einen Willkommensbrief von mir, einen Eurocent als “Glückspfennig”, deutsche Sticker, Kulis, Süßigkeiten wie Gummibären usw.
  • Martinslaternen basteln
  • Berliner und Bretzeln an alle Schüler verkaufen (als Finanzierungsmittel für Ausflüge)
  • German Contests
  • Ausflüge, je nach örtlichen Gegebenheiten, z.B. zu einer VW-Vertretung, zum deutschen Delikatessen- und Schuhgeschäft, zum Oktoberfest für Schüler. Davon macht man immer Fotos und stellt sie in der Vitrine für die ganze Schule aus.
  • Adventskranz, Adventskalender, Lebkuchenhaus – eventuell basteln lassen
  • Deutsche Filme, Musik, Internetseiten
  • Essen und Trinken: nicht alkoholischer Glühwein, Wurst-Probiertag, Kaffeeklatsch, Spaghetti-Eis, Weihnachtsplätzchen von meiner Frau. Ich lasse mir auch Brausepäckchen aus Deutschland schicken; die finden sie super.
  • Vor einigen Jahren habe ich den bekannten Uwe Kind eingeladen und er hat ein Konzert für Schüler unserer Region gegeben. Das Konzert war zwar erfolgreich, leider gab es aber einige technische Probleme. Selber habe ich keinen großen Anstieg der Deutschschüler dadurch gemerkt, aber viele Lehrer in den USA haben großen Erfolg damit. Man sollte unbedingt Schüler einladen, die noch nicht Deutsch lernen.


Meine Erfahrung ist, dass wir doppelt so hart arbeiten müssen wie die meisten Lehrer, nur um unser Programm aufrecht zu erhalten. Und selbst dann gibt es keine Garantie. Sicher sind Sie meiner Meinung: Deutsch ist es wert.
Hier einige Zitate meiner Schüler über Deutsch und den Deutschunterricht:

“Cause I love the sound of the language and the drama behind it.”
“I want to take part in the German culture of our area.”
“I am taking it because I think it’s interesting and my sister told me it would be easy. I like saying words in another language.”
“I like the country and the language. I will also be able to speak to my family members in German.”
“This might help me in the future. To me looking at German maps is interesting and also learning about their culture.”